Ein Sternekoch trinkt ein letztes Glas Riesling – und stürzt sich im Rheingau vom Kirchturm. Ein italienischer Gourmetjournalist fürchtet sich vor Pfälzer Saumagen. In München kämpft ein Edelrestaurant um den dritten Stern. Ein Restaurantkritiker wird mit einer Bratpfanne erschlagen … Mit diesen Episoden beginnt Michael Böcklers neuer Roman „Mord mit drei Sternen“. Der Autor entführt die Leser in die Welt der Sterneköche, der Feinschmecker, Weinliebhaber und Restaurantkritiker.
„Mord mit drei Sternen“ setzt die Reihe kulinarischer Fälle fort, die von Hippolyt Hermanus eher widerstrebend zur Aufklärung gebracht werden. Eine bizarre Mordserie begleitet den ehemaligen Kriminalpsychologen, Wahlitaliener und Weinliebhaber von München über Sylt nach Berlin. In Zwischenkapiteln geht es nach Italien, wo ein Maresciallo der Carabinieri mehr an der Reparatur seiner Espressomaschine interessiert ist als an der Verbrechensbekämpfung.
Weil in die Handlung existierende Restaurants, prominente Köche und bekannte Restaurantführer verwoben sind, verwischen sich die Grenzen zwischen Fiktion und Realität. Bald glaubt man, dass es das Restaurant Palladio in Münchens nobler Maximilianstraße wirklich gibt. Man möchte in Berlin nach einer ganz bestimmten Currywurst-Bude suchen. Und man kann plötzlich gut verstehen, dass Fernsehköche mit ihrem Leben spielen.
Michael Böckler sorgt in seinem Buch für spannende Unterhaltung, sein oft ironischer Unterton regt zum Schmunzeln an – und seine sorgfältigen Recherchen erlauben einen intimen Blick hinter die Kulissen der Spitzengastronomie. Im Anhang des Buches gibt es einen kulinarischen Führer mit den Adressen von hundert Edelrestaurants in Deutschland und mit ausgewählten Rezepten von prominenten Sterneköchen. Dazu eine kurze Einführung in die deutschen Weine, mit einer Beschreibung aller Anbauregionen und den wichtigsten Winzern.
Michael Böckler
Mord mit drei Sternen
Ein neuer kulinarischer Fall für Hippolyt Hermanus
Droemer Verlag, 460 Seiten, EUR 20,60
www.michael-boeckler.de